19 May 2026
GGL-Studie dokumentiert Umsatzanstieg im deutschen Online-Schwarzmarkt für Glücksspiele auf 547 Millionen Euro

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder legte im Rahmen einer beauftragten Untersuchung Zahlen zum illegalen Online-Glücksspielmarkt vor, die für das Jahr 2024 einen Bruttospielertrag von 547 Millionen Euro ausweisen. Diese Summe entspricht einem Anstieg um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr, als der Markt 466 Millionen Euro erzielte, und sie unterstreicht die anhaltende Präsenz nicht regulierter Anbieter trotz des Glücksspielstaatsvertrags von 2021. Die Kanalisierungsrate, also der Anteil des legalen Spiels am Gesamtmarkt, liegt bei etwa 77 Prozent, sodass der Schwarzmarkt weiterhin einen relevanten Teil des Online-Geschäfts ausmacht.
Details zur Methodik und den zentralen Kennzahlen
Die Untersuchung stützt sich auf empirische Daten, die von der GGL ausgewertet wurden, um den Umfang des unregulierten Segments abzubilden. Forscher ermittelten die Bruttospielerträge durch Analyse von Zahlungsströmen, Nutzeraktivitäten und Marktschätzungen, die den Anteil nicht lizenzierter Plattformen quantifizieren. Im Vergleich zu 2023 zeigt sich ein deutliches Wachstum, das auf eine steigende Nachfrage nach Online-Angeboten hindeutet, während die legale Seite durch den Staatsvertrag reguliert wird. Beobachter notieren, dass diese Entwicklung in einem Umfeld stattfindet, in dem die Behörde laufend gegen illegale Operatoren vorgeht, ohne dass deren Aktivitäten vollständig eingedämmt werden konnten.
Die Kanalisierungsrate von rund 77 Prozent bedeutet, dass der überwiegende Teil der Online-Aktivitäten über lizenzierte Anbieter abgewickelt wird, während 23 Prozent auf den Schwarzmarkt entfallen. Solche Verhältnisse ergeben sich aus der Kombination von offiziellen Umsatzberichten der regulierten Anbieter und den geschätzten Volumina der nicht regulierten Plattformen. Experten haben dabei festgestellt, dass der Anstieg im Schwarzmarkt nicht isoliert betrachtet werden darf, sondern mit der allgemeinen Expansion des Online-Glücksspiels zusammenhängt, die seit Inkrafttreten des Staatsvertrags beobachtet wird.
Hintergründe zum Glücksspielstaatsvertrag und seinen Auswirkungen
Der 2021 in Kraft getretene Interstate Gambling Treaty sollte klare Rahmenbedingungen für legales Online-Glücksspiel schaffen und gleichzeitig den Schwarzmarkt eindämmen. Die GGL als zuständige Aufsichtsbehörde führt seitdem Lizenzvergaben durch und überwacht die Einhaltung der Vorgaben. Dennoch zeigt die aktuelle Studie, dass nicht regulierte Operatoren weiterhin Umsätze generieren, wobei die 547 Millionen Euro im Jahr 2024 einen klaren Indikator für diese Herausforderung darstellen. Historische Vergleiche verdeutlichen, dass der Markt bereits 2023 bei 466 Millionen Euro lag, was auf eine kontinuierliche Dynamik hinweist.
In diesem Kontext verweisen Forscher auf die Schwierigkeiten bei der Durchsetzung grenzüberschreitender Verbote, da viele illegale Anbieter ihren Sitz außerhalb Deutschlands haben. Die Studie hebt hervor, dass technische und rechtliche Hürden die vollständige Kanalisierung erschweren, obwohl die legale Lizenzierung Fortschritte verzeichnet. Behördenmitarbeiter arbeiten daran, Zahlungsverkehrsbeschränkungen und Sperrmaßnahmen zu optimieren, um die Attraktivität des Schwarzmarkts zu reduzieren.

Aktuelle Entwicklungen bis Mai 2026 und fortlaufende Überwachung
Bis Mai 2026 hat die GGL die Überwachung des Marktes intensiviert und weitere Maßnahmen gegen nicht lizenzierte Plattformen eingeleitet, die sich direkt auf die Erkenntnisse der Studie beziehen. Die Behörde nutzt die gewonnenen Daten, um gezielte Interventionen vorzunehmen, etwa durch Kooperationen mit Zahlungsdienstleistern und internationale Absprachen. Solche Schritte zielen darauf ab, den Anteil des Schwarzmarkts schrittweise zu senken, während die legale Branche unter strengen Auflagen expandiert.
Die Zahlen aus 2024 dienen als Referenzpunkt für laufende Analysen, die zeigen, wie sich das Verhältnis zwischen legalem und illegalem Segment entwickelt. Beobachter berichten von verstärkten Kontrollen in den ersten Monaten des Jahres 2026, die auf den Erkenntnissen der empirischen Untersuchung aufbauen. Die GGL veröffentlicht regelmäßig Updates zu diesen Bemühungen, um Transparenz über den Fortschritt bei der Marktregulierung zu schaffen.
Fazit
Die von der GGL vorgestellte Studie liefert präzise Einblicke in den Umfang des Online-Schwarzmarkts für Glücksspiele und dokumentiert einen Bruttospielertrag von 547 Millionen Euro für 2024 bei einer Kanalisierungsrate von 77 Prozent. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder setzt die gewonnenen Erkenntnisse für weitere regulatorische Schritte ein, während der Vergleich zu 466 Millionen Euro aus dem Vorjahr die anhaltende Dynamik verdeutlicht. Weitere Berichte und Datenanalysen sollen künftig Aufschluss darüber geben, wie sich der Markt unter dem Einfluss des Staatsvertrags entwickelt.